Das Wichtigste in Kürze:
Mit der Vorstellung der SAP Business AI Platform macht SAP deutlich, wohin die Reise geht: vom „Intelligent Enterprise“ hin zum autonomen Unternehmen. Der Unterschied: Bisher stand die Unterstützung von Entscheidungen im Vordergrund und die KI wurde als Assistenz gesehen, damit der Mensch Entscheidungen trifft. Jetzt verschiebt sich die Sichtweise. Denn aus dem SaaS-Anwendungsportfolio der SAP wird die SAP Autonomous Suite. Sie umfasst fünf autonome Geschäftsbereiche: Autonomous Finance, Autonomous Spend, Autonomous Supply Chain Management, Autonomous HCM und Autonomous CX, mit mehr als 200 Agenten und über 50 Assistenten. Die Suite soll in den nächsten Monaten verfügbar sein.
So will die SAP Ihre Vision von autonomen Unternehmen, denn die Agenten sollen zunehmend die Ausführung von Geschäftsprozessen übernehmen. Die Rolle des Menschen verändert sich von der aktiven Steuerung hin zur Überwachung und Freigabe.
Die SAP Business AI Platform ist eine einheitliche Architektur, die die SAP Business Technology Platform, SAP Business Data Cloud und AI Foundation unter einem Dach zusammenbringt. Das Besondere ist der umfangreiche Context Layer, um KI-Agenten mit dem Wissen aus dem ERP-Geschäftsbereich auszustatten. Die SAP Business Data Cloud in der Kontextebene dient als zentrale semantische Datenschicht für SAP- und Nicht-SAP-Daten.
Autonome KI-Entscheidungen brauchen Daten mit der richtigen Qualität und Struktur. Wie Christian Klein sagte: Ein KI-Agent kann kein fehlerhaftes Datenmodell kompensieren. Für Unternehmen bedeutet das: Data & AI Services sind keine optionale Ergänzung mehr, sondern die Voraussetzung dafür, dass autonome Prozesse überhaupt funktionieren.
Der eigentliche Engpass liegt also weiterhin in der Datenbasis und nicht in der Technologie.
SAP fokussiert sich auf AI und geht all-in. Doch wie wirkt sich das im Alltag aus?
Kurzfristig bleiben die Auswirkungen auf den Arbeitsalltag überschaubar. Die Integration von HANA Cloud in die SAP Business Data Cloud ist ein sinnvoller Schritt und zeigt, wie wichtig der Start in der SAP BDC für Unternehmen mit SAP Strategie ist.
Mittelfristig wird es spannender. Mit Joule Studio 2.0 öffnet SAP die Plattform für Pro-Code-Ansätze und externe Frameworks wie LangChain oder LlamaIndex. Das schafft neue Möglichkeiten für individuelle AI-Agenten und konkrete Projektansätze.
Langfristig liegt das größte Potenzial in der Partnerschaft mit Anthropic. Sollte sich die Vision eines „Joule Coworker powered by Claude“ realisieren, sprechen wir von einem echten Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten.
Die Herausforderung liegt weniger in der bestehenden Systemlandschaft als in der fehlenden, konsistent dokumentierten fachlichen Semantik. Stattdessen ist dieses Wissen über das gesamte Unternehmen verteilt: in den Köpfen von Mitarbeitenden, in Excel-Dateien, im Customizing, in Transformationen, in Reports oder in Präsentationen. Genau dieses Wissen muss jedoch sauber dokumentiert sein, damit SAPs Vision vom autonomen Unternehmen Realität werden kann.
Unternehmen, die jetzt starten, verschaffen sich einen echten Vorsprung. Denn die Grundlage für funktionierende KI entsteht nicht erst mit der nächsten Produktgeneration von SAP. Sie entsteht heute: in der Klarheit von Daten, Prozessen und fachlicher Bedeutung.
Wer beginnt, Business-Fragen sauber zu formulieren, KPI-Logiken verbindlich zu definieren und Prozesse als Datenprodukte zu denken, schafft die Voraussetzungen dafür, dass AI Agents künftig sinnvoll und sicher arbeiten können.
Wir bringen Strategie, Daten, Prozesse und Semantik zusammen und schaffen so die Grundlage für Ihre KI-Implementierung. Zu unseren Data & AI Services gehören unter anderem der Aufbau moderner Datenarchitekturen, Services im Bereich Machine Learning & AI sowie konsistente Business Analytics.