Datenprodukt einfach erklärt

Datenprodukt einfach erklärt: Nutzen, Beispiele und erfolgreicher Einstieg

Datenprodukte machen Daten im Unternehmen wiederverwendbar, verlässlich und für alle Fachbereiche nutzbar. Wir erklären, was hinter dem Ansatz steckt, welchen Nutzen er bringt und wie Sie ihn in Ihrem Unternehmen umsetzen.

Das Wichtigste in Kürze:

Wofür brauchen Unternehmen Datenprodukte?

Das Controlling meldet andere Umsatzzahlen als der Vertrieb. Für jedes neue Dashboard entsteht ein neuer Datenfluss oder ein neues Teildatenmodell. Fachbereiche warten auf Auswertungen, obwohl die benötigten Informationen im Unternehmen vorhanden sind. Das kostet Zeit, bindet IT-Ressourcen und erschwert verlässliche Entscheidungen. Der Grund: Daten werden meist für einzelne Projekte, Reports oder Analysen aufbereitet, ohne anschließend dauerhaft nutzbar zu sein. Datenprodukte ändern diesen Umgang mit Daten.

Datenprodukte machen Daten wiederverwendbar

Der Datenproduktansatz reduziert die einmalige Datenbereitstellung. Denn bei der Einführung von Datenprodukten werden Daten nicht mehr isoliert für einzelne Anwendungsfälle aufbereitet. Durch die Implementierung von Datenprodukten entstehen wiederverwendbare, dokumentierte und verantwortete Datenbausteine, die verschiedenen Bereichen im Unternehmen als gemeinsame Grundlage dienen.

Was ist ein Datenprodukt?

Definition Datenprodukt: Ein Datenprodukt (engl. Data Product) ist ein klar verantwortetes, wiederverwendbares Paket aus Daten, das einen konkreten Business-Nutzen liefert und einfach konsumiert werden kann.

Data Products verwandeln Rohdaten in nutzbare Bausteine

Hinter Data Products stehen Product Owner, die gemeinsam mit ihrem Team oder allein ihre Daten wie ein Produkt führen: Sie bereiten Rohdaten auf, pflegen sie und stellen sie anderen Bereichen zur Verfügung. Dabei geht es um mehr als um Daten. Ein Data Product verbindet Daten mit fachlichem Kontext, Qualitätsinformationen, Dokumentation, Verantwortlichkeiten und Nutzungsregeln. Dadurch entsteht ein Datenbaustein, den unterschiedliche Teams für verschiedene Anwendungsfälle gemeinsam nutzen können.

Data as an Asset vs. Data as a Product

Wichtig: Nicht jede Tabelle oder View ist automatisch ein Datenprodukt. Erst wenn Daten für einen konkreten Nutzerbedarf aufbereitet, mit fachlicher Bedeutung versehen, qualitätsgesichert und dauerhaft verantwortet werden, entsteht ein Datenprodukt. Davon zu unterscheiden sind Analyseprodukte wie Dashboards oder Prognosemodelle. Sie nutzen Datenprodukte als verlässliche Grundlage und bereiten deren Informationen für einen bestimmten Zweck auf.

Bestandteile eines Datenprodukts

Ein Datenprodukt besteht aus mehr als Daten. Dazu gehören Metadaten und fachliche Definitionen, Qualitätskennzahlen, Zugriffsregeln, Schnittstellen, Dokumentation sowie Informationen zur Herkunft der Daten.

Datenbausteine für Ihre Fachabteilungen

Standardisierte Bauteile sind ein gutes Beispiel, um Datenprodukte zu verstehen. Ein Bauteil wird nicht nur für ein einzelnes Produkt gefertigt, sondern nach festgelegten Standards für verschiedene Anwendungen bereitgestellt. Genauso stellen Datenprodukte Informationen in einer verlässlichen Form bereit, die mehrere Fachabteilungen in Ihrem Unternehmen nutzen können. Diese Wiederverwendbarkeit verkürzt Entwicklungszeiten und reduziert redundante Arbeiten.

Daten als Produkt gedacht

Wer ein physisches Produkt entwickelt, definiert Qualitätsstandards, Verantwortlichkeiten und einen Lebenszyklus. Genau dieses Denken überträgt der Datenproduktansatz auf Daten. Ein Product Owner verantwortet sein Datenprodukt dauerhaft, kennt die Anforderungen der Nutzer und entwickelt ihn gezielt auch auf Basis von Nutzerfeedback weiter.

Product Ownership und höhere Qualitätsstandards

Product Owner aus den Fachbereichen verantworten Definitionen, Anforderungen und Datenqualität. Die IT schafft die technische Grundlage und konzentriert sich auf Integration, Plattformbetrieb und Standards. Das reduziert Rückfragen und beschleunigt Analysen.
Für Unternehmen bedeutet das:

Webinar: Datenprodukte in der SAP Business Data Cloud verstehen und nutzen

Datenprodukte sind Grundlage für Self-Service Analytics & KI

Die Einführung von Datenprodukten schafft eine gemeinsame Grundlage für Self-Service Analytics und KI-Projekte. Geprüfte Daten, einheitliche Kennzahlen und fachlicher Kontext ermöglichen eigenständige Analysen und helfen KI-Anwendungen Informationen richtig einzuordnen. In den meisten Unternehmen finden Fachanwender keine verlässlichen Datenquellen oder haben Probleme beim Verständnis, weil die Daten individuell von einer Person oder für einen Zweck zusammengeführt wurden.

Gemeinsame Datengrundlage durch ein Datenprodukt

Datenprodukte schaffen hier eine gemeinsame Datengrundlage und liefern beschriebene, dokumentierte und qualitätsgesicherte Datenbausteine. Fachbereiche setzen auf Basis der bereitgestellten Datenprodukte ihre eigenen Anwendungsfälle schnell und selbstständig um. In den meisten Fällen ohne die Unterstützung der IT. Das entlastet die IT und steigert das Tempo in denen die Fachbereiche Ihre Use-Cases umsetzen.

Neue Rolle der IT verschafft ihnen mehr Zeit

Dank der Datenprodukte verschiebt sich die Rolle der IT: Statt immer neue Auswertungen zu entwickeln, stellt sie standardisierte Bausteine bereit. Fachbereiche erstellen darauf aufbauend eigenständig Analysen, Reports oder Modelle. Die IT gewinnt dadurch Kapazitäten für Integration, Plattformbetrieb, Standards und die Weiterentwicklung und Modernisierung der Datenarchitektur.

Wie AI-ready ist Ihre SAP-Landschaft?

Welche Vorteile bieten Datenprodukte im Arbeitsalltag?

Im Arbeitsalltag verkürzen Datenprodukte den Weg von der fachlichen Frage zur Analyse. Teams greifen auf geprüfte und dokumentierte Daten zurück, ohne die IT einzubinden. Datenkataloge und Datenprodukt-Marktplätze machen zudem sichtbar, welche Datenprodukte verfügbar sind, wofür sie sich eignen, wer sie verantwortet und wer sie nutzen darf.
Merkmal eines Datenprodukts
Bedeutung in der Praxis
Fachlicher Nutzen
Löst ein konkretes fachliches Problem und unterstützt messbare Ziele
Klare Verantwortung
Ein Product Owner steuert Inhalt, Qualität und Weiterentwicklung
Nachvollziehbare Dokumentation
Beschreibt fachlichen Kontext, Definitionen und vorgesehene Nutzung
Verbindliche Governance
Regelt Zugriff, Pflege und Qualitätsstandards
Mehrfach nutzbar
Unterstützt mehrere Reports, Analysen und KI-Anwendungen auf derselben Grundlage
Schnell auffindbar
KI arbeitet mit gewachsenem SAP-Wissen

Beispiele für Datenprodukte in der Praxis

Wie Datenprodukte in der Praxis aussehen, zeigen folgende Beispiele: Ein Vertriebsdatenprodukt bündelt Kunden-, Auftrags- und Umsatzdaten mit einheitlichen Definitionen. Ein Finanzdatenprodukt stellt geprüfte Ist-, Plan- und Forecast-Daten bereit. In der Produktion können Maschinen-, Qualitäts- und Wartungsdaten als gemeinsame Grundlage für Analysen und KI-Anwendungen dienen.
Datenprodukte lassen sich für die unterschiedlichsten Anwendungsfälle erstellen. Wichtig ist, dass der Nutzen vorhanden ist und es einen wiederkehrenden fachlichen Bedarf gibt.

Daran erkennen Sie, wie erfolgreich Ihr Datenprodukt ist

Der Erfolg eines Datenprodukts zeigt sich auf drei Ebenen: in seiner Nutzung, seinem geschäftlichen Beitrag und seiner technischen Qualität. Relevante Kennzahlen sind beispielsweise die Zahl der Nutzer und Anwendungsfälle, die Wiederverwendungsrate, die eingesparte Aufbereitungszeit, die Datenqualität sowie die Bearbeitungsdauer neuer Datenanfragen.

So starten Unternehmen mit Datenprodukten

Sobald die Relevanz von Datenprodukten geklärt ist, braucht es einen strukturierten Einstieg. Ein häufiger Fehler besteht darin, zuerst über Plattformen, Tools oder Architekturen zu diskutieren. Ausgangspunkt sind jedoch die wiederkehrenden Informationsbedarfe der Fachbereiche und ein klar definierter Geschäftswert. Darauf folgen die Konzeption der organisatorischen und technischen Grundlagen, der Praxistest mit einem MVP und die schrittweise Skalierung.

Windhoff Group Tipp:

Die Einführung von Datenprodukten umfasst mehr als die technische Aufbereitung von Daten. Sie verändert, wie Daten im Unternehmen verantwortet, bereitgestellt und genutzt werden. Ein Data Operating Model (DOM) schafft dafür den organisatorischen Rahmen. Wir unterstützen Sie dabei, Rollen, Prozesse und Governance schrittweise aufzubauen und in der Praxis zu verankern.

Beispiel für die Implementierung eines Datenprodukts

Schritt 1: Informationsbedarf identifizieren

Ausgangspunkt ist ein wiederkehrender Informationsbedarf mit erkennbarem Geschäftswert. Hinweise liefern manuelle Auswertungen, häufige Rückfragen oder uneinheitliche Kennzahlen. Priorisieren Sie den Anwendungsfall danach, wie viele Nutzer profitieren und welcher konkrete Nutzen entsteht.

Schritt 2: Verantwortlichkeiten festlegen

Ist der passende Informationsbedarf definiert, werden die Verantwortlichkeiten für das Datenprodukt festgelegt. Folgende Leitfragen unterstützen Sie dabei:
  • Wer nutzt die Daten?
  • Wer verantwortet die Daten?
  • Wer pflegt sie?
  • Wie wird Qualität gemessen?

Schritt 3: Minimum Viable Product (MVP) entwickeln

Starten Sie mit einem kleinen MVP-Datenprodukt für einen klar abgegrenzten Anwendungsfall. Hierbei sammeln Sie und Ihr Team erste Erfahrung bei der Implementierung und prüfen Standards sowie die Organisation der Datenprodukte.

Schritt 4: Schrittweise skalieren

Bewährt sich das erste Datenprodukt im Einsatz, übertragen Sie den Ansatz schrittweise auf weitere Anwendungsfälle, Fachbereiche und Datendomänen.

Schritt 5: Weiterer Lebenszyklus

Mit der Skalierung beginnt der dauerhafte Betrieb des Datenprodukts. Nutzung, Datenqualität und Aktualität werden kontinuierlich überwacht und bewertet. Ändern sich Anforderungen, Quellen oder Kennzahlendefinitionen, wird das Datenprodukt versioniert und angepasst. Behalten Sie dabei das Nutzerfeedback im Auge. Bleibt die Nutzung aus oder ersetzt ein anderes Produkt den bisherigen Baustein, wird es kontrolliert außer Betrieb genommen.

Datenprodukte werden zum Fundament für Data & AI

Je stärker Analytics und KI in Geschäftsprozesse einziehen, desto wichtiger wird eine verlässliche, verständliche und wiederverwendbare Datengrundlage. Datenprodukte schaffen genau dieses Fundament: Sie machen Daten dauerhaft nutzbar und ermöglichen es Unternehmen, neue Anwendungsfälle schneller umzusetzen. Als Partner für Data & AI Services begleiten wir Sie von der Strategie über das Data Operating Model und die Modernisierung der Architektur bis zur Entwicklung und Skalierung konkreter Datenprodukte und KI-Lösungen.

FAQ

Klassische Datenprojekte bereiten Daten meist für einen einzelnen Bericht oder einen spezifischen Use Case auf. Datenprodukte werden dagegen dauerhaft verantwortet, nach festgelegten Qualitätsstandards gepflegt und nachvollziehbar dokumentiert. Sie sind so aufgebaut, dass verschiedene Fachbereiche sie wiederverwenden und auch für zukünftige Anforderungen nutzen können.

Die Windhoff Group begleitet Unternehmen von der Standortbestimmung bis zum Roll-out. Gemeinsam identifizieren wir geeignete Anwendungsfälle, bewerten die organisatorischen und technischen Voraussetzungen und entwickeln eine Roadmap. Anschließend unterstützen wir beim Aufbau eines ersten MVP-Datenprodukts und bei der schrittweisen Skalierung auf weitere Fachbereiche und Datendomänen. Mehr über die Einführung von Datenprodukten mit der Windhoff Group erfahren.

Ohne ein Data Operating Model bleiben Datenprodukte häufig ein technisches Konzept ohne klar geregelte Verantwortung, Prozesse und Entscheidungswege. Somit schafft das Data Operating Model den organisatorischen Rahmen für Datenprodukte. Es regelt Rollen, Prozesse, Verantwortlichkeiten, Governance und Lifecycle-Management. Windhoff entwickelt diesen Rahmen gemeinsam mit Fachbereichen und IT und unterstützt dabei, ihn schrittweise in der Organisation zu verankern.
Windhoff betrachtet die Datenbereitstellung durchgängig von der Quelle bis zur Nutzung. Auf Basis der vorhandenen SAP- und Non-SAP-Landschaft, der fachlichen Anforderungen und der Zielarchitektur definieren wir, wie Daten integriert, aufbereitet, dokumentiert und bereitgestellt werden. Die eingesetzten Plattformen, Schnittstellen und Bereitstellungsformen richten sich nach der jeweiligen Ausgangslage.
Gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen und der IT definieren wir Qualitätskriterien, Verantwortlichkeiten, Zugriffsregeln und Prozesse für Pflege und Weiterentwicklung. Zudem klären wir, wie Datenherkunft, fachliche Definitionen, Metadaten und Qualitätsinformationen dokumentiert werden. Wie die Qualität technisch gemessen und überwacht wird, hängt von der vorhandenen Plattform und den Anforderungen des Datenprodukts ab. Gerne beraten wir Sie dazu.

Ja. Die Windhoff Group verbindet Erfahrung in SAP-, Microsoft- und Databricks-Technologien mit fachlicher und organisatorischer Beratung. Dadurch lassen sich SAP- und Non-SAP-Daten in eine gemeinsame Datenarchitektur einbinden. Welche Plattform und welche technischen Komponenten zum Einsatz kommen, entscheiden wir auf Basis der bestehenden Systemlandschaft, der Zielarchitektur und der geplanten Anwendungsfälle.